Meeresenergie

Meeresenergie - ein großes Potential, das erst noch erschlossen werden muss
Die Erdoberfläche besteht zu zwei Dritteln aus Wasser, das aufgrund der Meeresströmungen ständig in Bewegung ist. Diese Bewegungsenergie des Meeres kann, ähnlich wie bei der Windkraft, für die Stromerzeugung genutzt werden. Da die Meeresenergie unbegrenzt zur Verfügung steht und bei ihrer Gewinnung kein Kohlendioxid erzeugt wird, zählt sie zu den regenerativen Energien. Im Vergleich zur Wind- und Sonnenenergie sowie der Geothermie wird die Meeresenergie bislang aber nur in sehr geringem Umfang genutzt. Das liegt daran, dass zum einen die Technik noch nicht ausgereift ist und zum anderen noch nicht genug Erfahrungen gesammelt wurden. Da aber großes Potenzial in der Meeresenergie liegt, werden viele Versuchsanlagen betrieben und die bereits vorhandene Technik weiterentwickelt.

Meeresströmungskraftwerke
Die Meeresenergie kann mit verschiedenen Arten von Kraftwerken genutzt werden. Der Windkraft am ähnlichsten sind dabei die Meeresströmungskraftwerke. Bei diesen unterhalb der Wasseroberfläche installierten Anlagen setzt die Meeresströmung Turbinen in Bewegung. Dessen Bewegungsenergie wird dann über einen Generator in elektrische Energie umgewandelt. Der Vorteil dieser Anlagen ist, dass die Meeresströmung, im Gegensatz zu Wind, immer vorhanden ist und es keine „Flaute“ geben kann. Allerdings sind Meeresströmungskraftwerke aufwändiger zu installieren und zu warten als Windkraftwerke.

Gezeitenkraftwerke
Bei Gezeitenkraftwerken wird ebenfalls die Meersströmung, aber in diesem speziellen Fall der Pegelunterschied zwischen Ebbe und Flut ausgenutzt. Hierbei wird das Wasser in Meeresbuchten gestaut, wodurch zwischen dem Meerwasser vor und hinter dem Staudamm ein Höhenunterschied entsteht. Dieser Höhenunterschied ist potentielle Energie, die dadurch nutzbar gemacht wird, indem das Wasser auf dem Weg vom höheren zum niedrigeren Pegel durch Turbinen geleitet und auf diese Weise Strom erzeugt wird.

Wellenkraftwerke
Eine weitere Form der Nutzung der Strömungsenergie des Wassers sind Wellenkraftwerke. Sie befinden sich nicht unter, sondern auf der Wasseroberfläche und nutzen die Bewegungsenergie der Wellen zur Stromerzeugung. Obwohl die Stromgewinnung mit diesen Anlagen noch sehr teuer ist, wird den Wellenkraftwerken augrund der Vielzahl von geeigneten Standorten ein großes Potenzial als erneuerbare Energie zugeschrieben. Bislang gibt es jedoch lediglich Versuchsanlagen und es müssen noch mehr Erfahrungen mit dieser Technik gesammelt werden.

Meereswärme- und Osmosekraftwerke
Neben der Bewegungsenergie des Meeres können auch die thermische Energie sowie der Salzgehalt des Meerwassers zur Energieerzeugung genutzt werden. In Meereswärmekraftwerken wird die Temperaturdifferenz der oberen zu den unteren Wasserschichten ausgenutzt. Solche Meereswärmekraftwerke besitzen jedoch nur einen geringen Wirkungsgrad, weshalb sie wohl auch zukünftig keinen großen Anteil an den erneuerbaren Energien haben werden. Auch Osmosekraftwerke, die den unterschiedlichen Salzgehalt von Salz- und Süßwasser für die Energieerzeugung nutzen, werden im Vergleich zu Gezeiten-, Wellen-, oder Meeresströmungskraftwerken wahrscheinlich keine große Rolle spielen, da es nur wenige Standorte gibt, an denen solche Kraftwerke realisierbar sind.