Windenergie

Wind als regenerative Energiequelle

Durch die Förderung der erneuerbaren Energien nimmt auch die Bedeutung der Windenergie immer mehr zu. Immer mehr Windkraftanlagen entstehen und produzieren sauberen, emissionsfreien Strom. Dies geschieht auf die Weise, dass ein Generator die auf die Rotorblätter des Windrades wirkende Bewegungsenergie des Windes in elektrische Energie umwandelt. Wie die meisten anderen erneuerbaren Energien ist auch die Windenergie auf die Sonnenenergie zurückzuführen. Erst durch die Erwärmung der Luft durch die Sonneneinstrahlung entstehen die Druck- und Temperaturunterschiede, die im Zusammenspiel mit der Erdrotation für die Entstehung der Luftbewegungen verantwortlich sind.

Dass sich die Kraft des Windes nutzen lässt, haben die Menschen schon vor 1300 Jahren gewusst. Die ersten Windmühlen gab es bereits im 7. Jahrhundert in Persien, aber es dauerte bis zum 12. Jahrhundert, bis auch in Europa die ersten vom Wind getriebenen Mühlen gebaut wurden, um damit Getreide zu mahlen oder Wasser aus den Brunnen zu pumpen. Im Laufe der Zeit wurden die Anwendungsmöglichkeiten der Windkraft immer weiter ausgeschöpft, so dass auch bald Sägen und Hämmer über Windräder betrieben wurden.

Als im 19. Jahrhundert die ersten Elektrizitätswerke ihren Betrieb aufnahmen, kam die Stromerzeugung als weitere Nutzungsmöglichkeit der Windenergie hinzu. Da fossile Energieträger damals noch billig waren, sollte es bis zum Bau der ersten größeren Windkraftanlagen aber noch einige Zeit dauern. Erst als Mitte des 20. Jahrhunderts ersichtlich wurde, dass die konventionelle Stromerzeugung aus Kohle, Öl und Kernkraft aufgrund der Umweltfolgen nicht mehr auf Dauer weitergeführt werden kann, begann ein Umdenken und der Ruf wurde laut, verstärkt erneuerbare Energien zur Stromerzeugung zu nutzen.

Den Startschuss für den Ausbau von Windkraftanlagen in Deutschland lieferte damals das Stromeinspeisungsgesetz von 1991. Darin wurden erstmals die Stromkonzerne verpflichtet, aus regenerativen Energien erzeugten Strom zu einem Festpreis abzunehmen und in das Stromnetz einzuspeisen. Eine verbesserte Einspeisevergütung gab es dann ab 2001 mit dem von der rot-grünen Koalition beschlossenen Erneuerbare-Energien-Gesetz. Diese gesetzlichen Grundlagen waren der Auslöser für den Bau vieler Windkraftanlagen und ganzer Windparks. Das Stichwort „Erneuerbare Energien“ war fortan in aller Munde und sorgte für ein gestiegenes Bewusstsein dafür, dass nur durch die Schonung der natürlichen Ressourcen dem Klimawandel entgegengewirkt werden kann. Mittlerweile ist Deutschland, neben den USA und Spanien, einer der Vorreiter bei der Nutzung der Windenergie und anderer Formen erneuerbarer Energien. So wurden im Jahre 2007 in Deutschland 39.500 GWh Strom aus Windenergie produziert, was einem Anteil am Gesamtstrombedarf von ca. 6,4 % entspricht. Aufgrund des Baus von vielen neuen Anlagen in den nächsten Jahren wird dieser Anteil noch weiter steigen. Das Bundesland Schleswig-Holstein setzt sich dabei sogar das Ziel, ab dem Jahr 2020 den Gesamtstrombedarf ausschließlich durch die Nutzung der Windenergie decken zu können.

Da immer mehr Windparks errichtet werden, wird es immer schwieriger, geeignete Bebauungsflächen zu finden. Daher werden immer mehr Offshore-Windkraftanlagen geplant, die sich nicht an Land (Onshore-Windenergie), sondern im Meer weit vor der Küste befinden. Der Vorteil dieser Offshore-Windkraftanlagen ist neben der Einsparung von ländlicher Bebauungsfläche die größere Windstärke auf offener See. Zudem weht der Wind vor der Küste beständiger, so dass im Vergleich mit Windkraftanlagen auf dem Binnenland 40-70 % mehr Volllaststunden erreicht werden können.

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