Repowering

Repowering - Alt gegen Neu

Allgemein wird mit Repowering die Ersetzung einer älteren Stromerzeugungsanlage durch eine moderne und leistungsfähigere Anlage bezeichnet. Auf diese Weise lässt sich die Stromausbeute am Standort deutlich erhöhen. Das Repowering ist zudem oft kostengünstiger als die Neuinstallation einer Anlage oder eines ganzen Anlagenparks an einem anderen Standort, da die bereits vorhandene Anbindung an das Stromnetz weitergenutzt werden kann. Allerdings ist die Zeitdauer zwischen erster Planung und Fertigstellung nicht unbedingt kürzer, da auch Anlagen, die am gleichen Standort ältere Anlagen ersetzen, die üblichen Genehmigungsverfahren durchlaufen müssen.

Weiterhin großes Potential für die Windenergie
Repowering spielt vor allem in der Windenergie eine große Rolle, da geeignete Flächen für neue Windparks immer knapper werden. Da viele Windkraftanlagen schon viele Jahre in Betrieb sind und sich die Technik weiterentwickelt hat, steckt im Repowering ein enormes Potential für diese erneuerbare Energie. Durch die Ersetzung älterer Anlagen gegen leistungsfähigere Nachfolgemodelle lässt sich der Energieertrag eines Windparks steigern und gleichzeitig die Anlagenzahl reduzieren. Als Faustregel gilt: halbe Anlagenzahl - doppelter Energieertrag. Je älter die bestehenden Windkraftanlagen sind, umso größer ist freilich auch der Mehrertrag aus den neuen Anlagen. Manchmal ist sogar eine Verdreifachung des Energieertrages möglich.

Geringere Anlagendichte erhöht die Akzeptanz der Windenergie
Repowering bietet nicht nur den Vorteil eines höheren Energieertrages, sondern aufgrund der Reduzierung der Anlagenzahl auch eine geringere Beeinträchtigung der Umwelt und des Landschaftsbildes. Ein wesentliches Merkmal moderner Windkraftanlagen ist, dass sie wesentlich höher gebaut werden und einen größeren Rotorendurchmesser besitzen. Dies bedingt eine geringere Drehzahl, was zu einer verminderten Lärmbelästigung führt. Verbunden mit der kleineren Anlagenzahl kann so die Akzeptanz der Windkraft bei den Menschen, die in unmittelbarer Umgebung der Anlage wohnen, erhöht werden.

Energieausbeute von Windkraftanlagen hat sich deutlich erhöht
Wie viel Potenzial im Repowering steckt, kann durch den Vergleich von Anlagen aus den Anfangstagen der Windkraft mit modernen Windrädern anschaulich gemacht werden. Anfang der Achtziger Jahre, als regenerative Energien noch in den Kinderschuhen steckten, lag der durchschnittliche Jahresenergieertrag pro Anlage noch bei ca. 35 Megawattstunden. Damalige Anlagen waren mit ca. 30 Metern Höhe noch sehr klein, aber im Lauf der Zeit sind Windkraftanlagen aber immer größer geworden. Heutige Anlagen weisen Höhen von über 130 Metern auf und können die hohen Windgeschwindigkeiten, die in großer Höhe herrschen, ausnutzen. Durch die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte wurden zudem Schwächen der älteren Anlagen beseitigt und damit die Energieausbeute optimiert. Moderne Anlagen liefern mit ca. 20 Gigawattstunden ein Vielfaches des Windertrages ihrer Vorgängermodelle und sorgen somit dafür, dass der Anteil der Windenergie am Erneuerbare-Energien-Anteil des Strommixes weiter erhöht werden kann.